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gefma Tag Bayern 2026: Wie Digitalisierung, Robotik und resiliente Gebäude das Facility Management verändern
Wie sieht das Facility Management der Zukunft aus?
Beim gefma Tag Bayern 2026 in Nürnberg trafen Digitalisierung, Robotik, Resilienz und Recht aufeinander.
gefma Tag Bayern 2026: Wie Digitalisierung, Robotik und resiliente Gebäude das Facility Management verändern
Der gefma Tag Bayern 2026 in der Sparkasse Nürnberg bot zahlreiche Impulse zu den zentralen Zukunftsfragen des Facility Managements. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Resilienz, rechtliche Rahmenbedingungen und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie.
Die Agenda reichte von der Keynote mit Fragen sowie Zukunftsthesen über Robotik und resiliente Gebäude bis hin zum Umgang mit unvollständigen Daten und den rechtlichen Herausforderungen eines zukunftsorientierten Facility Managements.
Für WERNER wurde dabei erneut deutlich: Die Zukunft des Facility Managements entscheidet sich nicht allein durch einzelne Technologien. Entscheidend ist, wie Gebäude geplant, Prozesse gestaltet und Mitarbeitende in die Transformation einbezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
Moderne Immobilienkonzepte bei der Sparkasse Nürnberg
Bereits die Einblicke in das Immobilienkonzept der Sparkasse Nürnberg zeigten, wie vielfältig moderne Gebäude heute gedacht werden müssen.
Hans Nägel stellte unter anderem digitale Kundenschließfächer auf Roboterbasis vor. Auch die Beratungsräume wurden individuell gestaltet und verbinden regionale Standards mit technologischen Möglichkeiten und modernen Nutzungskonzepten. Darüber hinaus wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die sowohl die Attraktivität als Arbeitgeber als auch die nachhaltige Mobilität fördern:
🚲 Eine Fahrradgarage und Duschmöglichkeiten unterstützen Mitarbeitende, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.
🌇 Eine Dachterrasse schafft zusätzliche Aufenthaltsqualität.
🔋 Die Dienstwagenflotte wurde vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt.
🅿️ Ein smartes Parksystem optimiert die Nutzung der vorhandenen Stellplätze.
🏗️ Durch den gezielten Einsatz von Stahlträgern konnten rund 2.500 m² zusätzliche Fläche gewonnen werden.
Diese Beispiele zeigen, dass moderne Immobilienentwicklung weit über die technische Gebäudeausstattung hinausgeht. Sie verbindet Flächeneffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer.
Technologie trifft Mensch: Robotik als Bestandteil moderner Dienstleistungen
Ein zentraler Programmpunkt war der Vortrag von Julia Werner, Geschäftsführerin unserer WERNER companies, unter dem Titel:
„Technologie trifft Mensch – Robotik, Arbeitsplätze, Ängste, Entwicklungen und ein paar interessante Fakten!“
Bei WERNER sind bereits Roboter im Einsatz. Neben klassischen Reinigungsrobotern gewinnen auch weiterentwickelte robotische Systeme und perspektivisch humanoide Lösungen an Bedeutung.
Dabei geht es nicht darum, den Menschen vollständig zu ersetzen. Vielmehr steht die Kooperation zwischen Mensch und Maschine im Vordergrund. Roboter können standardisierte, körperlich belastende oder wiederkehrende Tätigkeiten übernehmen. Mitarbeitende gewinnen dadurch Zeit für Aufgaben, bei denen Erfahrung, Flexibilität, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit erforderlich sind. 🤖
Die Einführung von Robotik ist deshalb nicht nur eine technische Aufgabe. Sie betrifft ebenso die Arbeitsorganisation, die Qualifikation der Mitarbeitenden und die Akzeptanz innerhalb der Teams.
Ängste und Vorbehalte müssen ernst genommen werden. Transparente Kommunikation und eine frühzeitige Einbindung der Beschäftigten sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass technologische Veränderungen in der Praxis funktionieren.
Robotik muss bereits bei der Gebäudeplanung berücksichtigt werden
Aus Sicht von WERNER reicht es nicht aus, Robotik erst nach der Fertigstellung eines Gebäudes zu betrachten.
Automatisierte Systeme stellen konkrete Anforderungen an die Architektur und die technische Infrastruktur. Dazu gehören unter anderem:
- ausreichend breite und barrierearme Verkehrswege,
- geeignete Aufzüge und automatisch zugängliche Türen,
- möglichst wenige Schwellen und Niveauunterschiede,
- definierte Lade-, Service- und Abstellbereiche,
- eine zuverlässige digitale Gebäudevernetzung,
- geeignete Bodenbeläge und klar strukturierte Flächen.
Technologie muss deshalb bereits bei Neubauten, Sanierungen und Flächenentwicklungen mitgedacht werden – sowohl in der Innenarchitektur als auch bei der äußeren Erschließung eines Gebäudes.
Wer Gebäude heute ausschließlich für klassische, manuelle Betriebsmodelle plant, kann ihre spätere Automatisierung unnötig erschweren oder verteuern.
Resiliente Gebäude: mehr als Klimaschutz
Robert Oettl gab in seinem Vortrag einen Einblick in die Anforderungen an resiliente Gebäude. Dabei wurde deutlich, dass Resilienz nicht nur im Zusammenhang mit dem Klimawandel betrachtet werden darf. Auch geopolitische Entwicklungen, Energieversorgung, Lieferketten und infrastrukturelle Abhängigkeiten müssen berücksichtigt werden. Ein resilientes Gebäude muss in der Lage sein, auf unterschiedliche Störungen zu reagieren. Dazu gehören beispielsweise Energieausfälle, extreme Wetterereignisse, technische Störungen oder eingeschränkte Verfügbarkeiten von Materialien und Dienstleistungen.
Für das Facility Management bedeutet dies, Risiken systematisch zu analysieren und geeignete Maßnahmen vorzubereiten. Technische Redundanzen, flexible Nutzungskonzepte, transparente Gebäudedaten und belastbare Notfallprozesse werden dadurch zunehmend wichtiger.
Digitalisierung als Voraussetzung für Dekarbonisierung
Andreas Blassy brachte die Bedeutung digitaler Lösungen für den Gebäudebetrieb mit einer klaren Aussage auf den Punkt:
„Unser schärfstes Schwert ist die Digitalisierung.“
Sein Vortrag machte deutlich, dass der Maschinenraum der Dekarbonisierung im Gebäude liegt. Um Energieverbrauch und Emissionen wirksam zu reduzieren, müssen Betriebsdaten erfasst, ausgewertet und für konkrete Optimierungsmaßnahmen genutzt werden. Digitale Systeme schaffen Transparenz über Verbräuche, Anlagenzustände und Nutzungsmuster. Damit bilden sie die Grundlage für einen bedarfsgerechten und energieeffizienten Gebäudebetrieb. Digitalisierung ist somit kein Selbstzweck. Sie muss messbare Verbesserungen ermöglichen – beispielsweise niedrigere Verbräuche, weniger Ausfälle, bessere Planbarkeit oder eine effizientere Steuerung von Dienstleistungsprozessen.
Produktiver arbeiten – auch ohne perfekte Daten
Prof. Dr. Thomas Herr beschäftigte sich mit der Frage, warum das Facility Management nicht länger auf eine perfekte Datenbasis warten kann. Sein Vortrag „Produktiver trotz Datenchaos“ griff damit eine Herausforderung auf, die viele Unternehmen aus der Praxis kennen.
Gebäude- und Anlagendaten sind häufig unvollständig, uneinheitlich oder auf unterschiedliche Systeme verteilt. Dennoch müssen Entscheidungen getroffen und Prozesse verbessert werden.
Der entscheidende Ansatz besteht darin, mit den vorhandenen Daten strukturiert zu beginnen. Datenqualität sollte schrittweise verbessert werden, während gleichzeitig bereits konkrete Anwendungsfälle umgesetzt werden.
Uns wurde allen noch mehr klar : Nicht auf den perfekten Datenbestand warten, sondern klare Prioritäten setzen. Die wichtigsten Informationen müssen identifiziert, validiert und konsequent genutzt werden. So kann Digitalisierung auch unter realistischen Rahmenbedingungen produktiv werden.
Rechtliche Herausforderungen frühzeitig einbeziehen
Martin Faller beleuchtete die rechtlichen Herausforderungen für ein zukunftsorientiertes Facility Management.
Mit zunehmender Digitalisierung und Automatisierung entstehen neue Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem Verantwortlichkeiten, Datenschutz, Haftung, Betreiberpflichten und die vertragliche Regelung digitaler Leistungen. Neue Technologien sollten daher nicht ausschließlich aus technischer und wirtschaftlicher Sicht bewertet werden. Rechtliche Anforderungen müssen frühzeitig in Projekte, Verträge und Betriebsmodelle einbezogen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn automatisierte Systeme eigenständig Aufgaben übernehmen, Daten erfassen oder mit Menschen in gemeinsam genutzten Bereichen interagieren.
Fazit aus Sicht von WERNER
Der gefma Tag Bayern 2026 hat gezeigt, wie eng die zentralen Zukunftsthemen des Facility Managements miteinander verbunden sind.
Digitalisierung schafft die notwendige Transparenz. Robotik unterstützt operative Prozesse. Resiliente Gebäude erhöhen die Widerstandsfähigkeit. Rechtliche Rahmenbedingungen schaffen Sicherheit. Der Mensch verbindet diese Elemente miteinander.
Für WERNER ergeben sich daraus drei zentrale Erkenntnisse:
🤖 Technologie muss einen konkreten Nutzen im Betrieb schaffen.
🏗️ Automatisierung muss bereits bei der Planung und Entwicklung von Gebäuden berücksichtigt werden.
🤝 Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ist entscheidender als die Technologie allein.
Die Transformation des Facility Managements hat längst begonnen. Erfolgreich werden vor allem diejenigen Unternehmen sein, die Technologie, Gebäude, Prozesse und Menschen von Anfang an gemeinsam betrachten.